Kein Bilder-Buch

Sieht aus wie ein Bilderbuch – ist aber keins. „Dies ist ein Buch ohne Bilder“. So fängt es an. Trotzdem, oder gerade deshalb kommen bei diesem Buch die Kinder voll auf ihre Kosten! Sie werden sich königlich amüsieren, weil „dieses Buch Erwachsene dazu bringt, dumme Sachen zu sagen“. Aber der Reihe nach…


B.J. Novak: Das Buch ohne Bilder. Deutsch von Oskar M. Delossa

© 2016 Blanvalet Verlag, München


Der Autor spielt in diesem Buch mit Schrift und den Konventionen, wie Bücher funktionieren. Wie Vorlesen funktioniert. Hier ist es Pflicht, sich beim Vorlesen exakt an den Text zu halten: „Jedes Wort, das geschrieben steht, muss vorgelesen werden“ heißt es da gleich zu Beginn. Und so wird der Vorleser dazu gebracht, immer absurdere Dinge vorzulesen. Hier wird keine Geschichte erzählt, hier wird explizit mit Sprache gespielt.

So müssen Sie sich als Vorleser in Wortspielereien üben und Nonsenswörter wie „Blork“ und „Bluurf“ vorlesen. Sie werden dazu angeleitet, mit Affen- und Roboterstimme zu lesen – was natürlich dann besonders effektvoll ist, wenn Sie Ihre Stimme kreativ einsetzen. Hier ist das Spiel mit der Prosodie angesagt: erst die Variationen in Sprachmelodie, Klangfarbe, Lautstärke machen diese Passagen so richtig lebendig. Stimme und Artikulation sind gefordert bei den herrlich blödeligen Lautspielereien, die sich über eine komplette Doppelseite erstrecken und von „Hugiwi“ bis „Blaggiti-Bala Bala“ reichen…

Stimmliche Kreativität ist auch beim Erfinden von Melodien angesagt: „Ein Lied? Muss ich wirklich ein Lied vorsingen?“ Aber ja! Die Kinder werden Ihnen bestimmt gerne dabei helfen. Zumal der Text aus semantischem Irrsinn besteht: wer isst schon einen Floh zum Frühstück? Anregungen für die gestalterische Umsetzung finden Sie im Übrigen auf der beiliegenden CD: hier hat Adnan Maral das Buch vorgelesen. Und nun: viel Vergnügen beim Ausprobieren, Inszenieren und gemeinsam Schlapplachen!

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