Hinter jeder Tür Neues entdecken

Klopf an!

 

 

Schau, ein Haus mit einer blauen Tür!

Mal sehen wer da wohnt.

Wir klopfen einfach an.

Klopf, klopf!

 

Na, wer wird da nicht neugierig, was sich hinter der blauen Tür verbirgt? Also erst anklopfen – und dann die Tür öffnen. Eben die Seite umblättern. Und schon finden wir uns in einem blau gestrichenen Raum wieder, in dem sich so Einiges entdecken lässt.


Anna-Clara Tidholm: Klopf an! Deutsch von Anu Stohner.

© 1999 Carl Hanser Verlag, München


Schon das Material dieses Buches ist absolut kleinkindgeeignet: stabile Pappseiten halten so Einiges aus, auch in der Kita. Keine zierlichen Kläppchen, die verknicken oder ausreißen. Vielmehr ist jede Tür, die geöffnet werden soll, eine ganze Seite! Und so heißt es immer wieder „Klopf, klopf!“ und die nächste Tür öffnen.

Anna-Clara Tidholm hat bewusst klare Farben gewählt. So klopfen wir uns durch die Grundfarben hindurch. Auf die blaue folgt eine rote Tür, und auch die Räume, die sich dahinter verbergen, nehmen das Farbthema der Tür wieder auf. Findige Buchbetrachter werden im Übrigen schnell merken, dass in jedem Raum schon die nächste Tür in der neuen Farbe zu sehen ist...

Sobald wir die Tür geöffnet haben, stehen wir mitten in einem Raum. Auch hier beschränkt sich die Illustratorin auf das Wesentliche. Klare, alltägliche Szenen, die jedes Kind von zu Hause kennt, kann es hier wieder entdecken: ein Kind in seinem Kinderzimmer, eine Familie am Esstisch oder beim Schlafengehen. Viele, aber nicht zu viele Details lassen sich auf jeder Seite – pardon – in jedem Zimmer entdecken.

Dabei ist der Text zu den Räumen weniger zum wortgetreuen Vorlesen gedacht. Vielmehr ist er Ausgangspunkt für die gemeinsame Bildbetrachtung, kann Ideengeber für den Bilderbuchdialog sein. Gleichzeitig gibt der immer wiederkehrende Text „Und jetzt die grüne/rote/blaue Tür. Klopf, Klopf!“ dem gemeinsamen Buch-Anschauen eine feste Struktur. Diese immer wiederkehrende Interaktion mit dem Buch (anklopfen, umblättern), die vorhersehbaren Wiederholungen geben den Kindern Halt und Orientierung während die verschiedenen Räume abwechslungsreich gestaltet sind.

Die letzte Tür führt schließlich ins Freie hinaus, wo schon der Mond scheint. War's das schon? Oder wollen wir nicht lieber „Nochmal!“ durch das ganze Haus gehen?

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