Kinderwelt aus Kindersicht

Willi Wiberg

„Das hier ist Willi Wiberg, fünf Jahre alt.“ So fangen sie an, die Geschichten um den Jungen Willi. Er hat einen Vater, eine Katze, Cousins und eine beste Freundin. Ein ganz normaler Junge also, in dessen Kinderwelt uns Gunilla Bergström eintauchen lässt.

 

Es sind die ganz alltäglichen Ereignisse in Willis Leben, seine Wünsche, Ängste, Vorlieben, die wir kennen lernen. Bergström erzählt ganz lebensnah und aus Willis Sichtweise. Zum Beispiel von Willis unsichtbarem Freund Alfons, davon, wie Papa zuerst nicht mit Willi spielen will, es dann aber doch tut, wie lange es dauern kann, bis Willi am Abend ins Bett geht und einschläft oder wie er ganz clever den älteren Cousins beweist, dass er doch nicht mehr sooo klein ist.


Gunilla Bergström: Die schönsten Geschichten von Willi Wiberg.

Deutsch von Angelika Kutsch und Silke von Hacht.

© 2009 Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg


In allen Geschichten schlägt Gunilla Bergström einen ganz ruhigen Ton an. Ganz unaufgeregt und freundlich erzählt sie aus Willis Leben. Diese Ruhe spiegelt sich in dem einfachen Satzbau der Erzählungen wieder. „Willi holt den Werkzeugkasten. Bretter holt er auch. Die sind schwer.“ Keine komplizierten Satzverschachtelungen lenken vom Wesentlichen ab. So uneitel und normal wie Willi und sein Vater, so uneitel und normal sind die Sätze, mit denen erzählt wird.

Die Inhalte sind ganz dicht am kindlichen Erleben. Wie es sich für Willi anfühlt, wenn Papa keine Zeit zum Spielen hat. Welche Strategien der Junge verfolgt, um sich selbst zu beschäftigen und dabei trotzdem noch Kontakt zu seinem Vater zu halten. Wie es ihm am Ende gelingt, dass Papa doch die Zeitung beiseite legt. Und wie sehr es Willi genießt, dass Papa – wenigstens am Ende – an Willis Spiel teilnimmt und sich mit in seine Phantasiewelt hineinbegibt.

Es ist die Mischung aus einfacher, klarer Sprache und der Tiefe und Ernsthaftigkeit, mit der das Leben und Erleben des kleinen Jungen dargestellt wird, die eine überaus gelungene Verbindung findet. Kinder werden nicht verniedlicht, Erwachsene sind auch nur Menschen, Kinder nicht nur nett zueinander, und auch wenn sie allein sind, allein spielen, machen sich Kinder reichhaltige Gedanken. Und stets bleibt die Gewissheit, dass trotz aller Konflikte im Grunde alle wohlmeinend miteinander sind und die Welt, in der Willi lebt, eine ist, in der er sich wohl und geborgen fühlen kann.

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